Portrait im Studio - Making of...

Da sich viele Hobbyfotografen oder Models dafür interessieren, wie ein Portrait im Studio entstehen kann, habe ich an dieser Stelle ein kleines Making of beschrieben. Hier soll ein kleiner Eindruck entstehen, dass man sich den Ablauf ein wenig besser vorstellen kann. Sollten weitere Fragen bestehen, sehen Sie einfach in die FAQ oder nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Sollten Sie Fragen zur Verwendung eines externen Belichtungsmessers haben, folgen Sie sich das  Tutorial Externer Belichtungsmesser an.

Viel Spaß beim "Besuch im Studio".

Meine Vorstellung vor der Aufnahme:
Ich stellte mir vor, ein Portrait aufzunehmen, bei dem das Gesicht des Models gleichmäßig ausgeleuchtet ist, aber noch eine Kontur erkennbar ist. Die rechte Gesichtshälfte des Models sollte etwas betonter sein, als die linke. Auch die Haare sollten schön angeleuchtet sein.
Unschöne Nasen- oder Kinnschatten wollte ich vermeiden. Selbstverständlich sollten alle Bildelemente Zeichnung besitzen, der Hauptaugenmerk lag aber auf dem Gesicht des Models. Das Bild sollte eine fertige Aufnahme werden, die keinerlei Nachbearbeitung bedurfte.

Setup:
Das Model sitzt ca. 2,5 m vor dem Hintergrund.
Ein Blitz von vorne, links: 45° zum Model in ca. 2,0 m Höhe, 1,40 m Abstand zum Gesicht. Es wurde indirekt geblitzt,  das Licht wird über einen weissen Schirm reflektiert, Leistung des Studioblitzes 200 Ws, 100% Leistung.
Ein Blitz von vorne, rechts: 45° zum Model in ca. 2,0 m Höhe, 1,40 m Abstand zum Gesicht. Es wurde indirekt geblitzt,  das Licht wird über einen weissen Schirm reflektiert, Leistung des Studioblitzes 200 Ws, 50% Leistung.
Ein Haarlicht (Dauerlicht) mit Wabe wurde von hinten oben, relativ mittig hinter dem  Model ausgerichtet.
Die Lichteffekte (helle Streifen) im Hintergrund wurden mit einem Dauerlicht mit Gobo Einsatz erzeugt.
Eine weisse Styroporplatte, von Modell selbst gehalten, dient dazu, die Nasenschatten/Kinnschatten zu reduzieren / auszugleichen.

Fotograf:
Meine Position war frontal von vorn, ich habe leicht von oben fotografiert. Eine weitere gute Position ist auf Augenhöhe zu fotografieren, dies ist immer schmeichelhafter für das Model, als von unten zu fotografieren.

Kamera:
Die ideale Brennweite für Portraits beträgt 80 mm, äquivalent zum Mittelformat (entspricht 50 mm am Crop-Faktor 1,6), da diese Brennweite am nächsten dem menschlichen Sehen entspricht. Man kann auch problemlos größere Brennweiten verwenden, Brennweiten unter 80 mm, äquivalent zum Mittelformat (entspricht 50 mm am Crop-Faktor 1,6), sollte man nicht nutzen, da diese die Proportionen des Models ungünstig wiedergeben.

Belichtung: ISO 100, manueller Modus, feste Zeitvorgabe mit 1/60 s.

Zur korrekten Belichtung wurde mit einem externen Belichtungsmesser * die Blende ermittelt und manuell an der Kamera eingestellt. (Wer es genauer wissen möchte, folgt diesem Link zum Tutorial Externer Belichtungsmesser.)

 

* Belichtungsmessung mit verschiedenen Messarten / Messvarianten:

Lichtmessung = Belichtungsmesser wird neben das Gesicht des Models in Richtung der Kamera gehalten und ein Blitz ausgelöst
Objektmessung = Spotmessung, entweder mit 1° oder 5° Winkel über den Sucher des Belichtungsmessers aus der Position der Kamera. Fokus: das Gesicht des Models, Blitz ausgelöst
Im Studio benötigt man einen Belichtungsmesser, der Blitzlicht messen kann.

Wer es genauer wissen möchte, folgt diesem Link zum Tutorial Externer Belichtungsmesser.