Reisefotografie

Es geht los! Urlaub und Erholung, ferne Länder, fremde Menschen und große Abenteuer, viele neue Fotomotive und neue Eindrücke. Diese will man natürlich festhalten, um seine Reise in guter Erinnerung zu behalten und um Familie und Freunde daran teilhaben zu lassen. Die Reisefotografie ist das Thema dieses Artikels.

Vorbereitung zuhause

Haben Sie Fragen zur Fotoversicherung, Fliegen mit Fotoausrüstungen, Wiedereinreise nach Deutschland, zum deutsche Zoll, oder was zu beachten ist, wenn man seine hochwertige Fotoausrüstung im Ausland gekauft hat, lesen Sie den Artikel: Fotoausrüstung im Urlaub.

Gute Planung ist sehr wichtig für die Reisefotografie. Egal ob man nur einen Tagesauspflug oder eine weitere Reise plant, meist hat man keine Möglichkeit, umzukehren ist man erst einmal unterwegs. Vergessene Teile der Fotoausrüstung liegen ungenutzt zu Hause. Daher sollte man vor Reiseantritt sorgfältig packen, am besten mit Hilfe einer Checkliste.

Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur Kamera und Objektive eingepackt haben, sondern auch sämtliche Ladegeräte, Stativ und ausreichend Speicherkarten und Ersatzakkus. Es ist immer ratsam, mehrere Speicherkarten für den Fall eines Defektes mitzunehmen. Mehrere Ersatzakkus sind immer sinnvoll. Akkus sind immer im ungünstigsten Moment leer. Für den Fall, dass man keine Möglichkeit hat, seine Akkus aufzuladen, ist man froh über einen geladenen Ersatzakku. Bereist man kalte Regionen sollte man die Akkus körperwarm halten, denn bei Kälte sinkt die Akkuleistung sehr schnell. 
Sinnvoll für Backups der gemachten Reisefotos von Speicherkarten sind Imagetanks. Das sind Festplatten, auf die der Fotograf unterwegs die Reisefotos von der Speicherkarte überspielt, um die Speicherkarte wieder für neue Aufnahmen nutzen zu können.
Alternativ kann man auch ein Notebook für ein Backup nutzen. Eine weitere Möglichkeit für ein Backup ist Fotos vor Ort auf eine CD oder DVD zu brennen, um volle Speicherkarten wieder verwenden zu können.
Empfehlenswert sind auch bei Reisen in ferne Länder so genannte Universaladapter für die Steckdosen vor Ort. Denken sollte man auch Reinigungspinsel, Tücher, oder Druckluft in Dosen, um Staub unterwegs entfernen zu können.
Bereist man Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit, empfiehlt es sich, Beutel mit Silikatgel einzupacken. Notfalls kann man vor Ort etwas (ungekochten!) Reis in einen Stoffbeutel oder ein Geschirrtuch füllen, das bindet Feuchtigkeit ebenfalls recht gut. Plastiktüten für den Notfall und Gefrierbeutelklemmen können in manchen Situationen Gold wert sein.
Um Gelegenheitsdiebstahl zu unterbinden eignet sich ein stabiles Drahtnetz namens PacSafe, das man um die Fototasche / den Fotorucksack befestigt. So kann man seine Fotoausrüstung mit einem Schloss an einem schweren Gegenstand oder einem Heizungsrohr oder an schweren, sperrigen Koffern fixieren. Maximale Sicherheit bietet diese Möglichkeit nicht, aber der Dieb muss zumindest noch einmal mit Werkzeug zurückkommen und kann die Ausrüstung nicht einfach mitnehmen.

 

Information, Information, Information

Vor Reiseantritt empfiehlt es sich, so viele Informationen vom Reiseziel, wie möglich zu sammeln. So kann man bereits zu Hause Fotoausflüge und Tagestouren für das Reiseziel planen. Informationen bekommt man für die meisten Reiseziele heute relativ einfach zum Beispiel über das Internet, Reisebücher und Reiseführer. Da die Reisedauer zeitlich meist begrenzt ist, ist jede Information über das Land, die Region, die Menschen und Ihre Kultur, Flora und Fauna wichtig und wertvoll, denn dieses Wissen hilft dem Fotografen vor Ort gezielter an sein Werk heran zu gehen. Auch dient es Unhöflichkeiten zu vermeiden, wenn man sich mit den Sitten und den Gebräuchen des bereisten Landes auskennt. Natürlich ist es auch mit Hintergrundwissen einfacher, seine Fotoausrüstung entsprechend den Anforderungen zu packen.

 

Am Reiseziel angekommen

Ist man endlich am ersehnten Reiseziel angekommen, möchte man so bald wie möglich losgehen mit der Reisefotografie. Natürlich können Sie sofort mit der Kamera aufbrechen und fotografieren. Dennoch ist es meist sinnvoll, sich vor Ort zuerst noch einmal neue und aktuelle Information zu beschaffen. Das hat den Vorteil, dass man genauer noch planen kann oder seine geplanten Touren besser abstimmen kann.

Gute Ansprechpartner sind vor Ort in der Regel der Reiseleiter / Travel Agent, Hotelpersonal und andere Touristen, die schon einen längeren Aufenthalt haben. Sie können oft eine wertvolle Hilfe sein, Empfehlungen geben oder vor nicht lohnenden Touren warnen.
Natürlich sind Einheimische eine große Hilfe, um an Informationen aus erster Hand zu bekommen. Landestypisch gibt es Unterschiede, wie diese Informationen zu bewerten sind. Verständlicherweise haben Einheimische Interesse daran, dass Touristen mit Ihnen Tagestouren unternehmen, da sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Meist erweisen sie sich als gut ortskundig und kennen die Interessen der Reisenden genau. Sie sind sehr bemüht, die Reisenden zufrieden zu stellen, da sie auf weitere Unternehmungen mit Ihnen hoffen oder auf eine Empfehlung von Ihnen an andere Reisende.

 

Andere Länder, andere Sitten - auch für Fotografen

In einem anderen Land ist man als Tourist ein Gast. Das sollte man sich immer vor Augen halten und sich entsprechend verhalten. Landestypische oder örtliche Bräuche und Sitten, Gebote und Verbote sollte man daher auch als Fotograf selbstverständlich beachten. Höflichkeit und Respekt vor den Menschen und Ihrer Kultur, eröffnen oft Chancen auf tolle Fotos. Ein Lächeln ist fast immer der Schlüssel zum Herzen der Menschen.
Informieren Sie sich über kulturelle Gegebenheiten, richten Sie sich nach den ortsüblichen Verhaltensweisen. Achten Sie auf angemessene Kleidung und die Grußformeln. Begrüßt man Einheimische in der Landessprache und kann man "Bitte" und "Danke" steigt man sofort im Ansehen, denn man drückt so den Respekt vor dem anderen aus.
In manchen Ländern gilt beispielsweise die linke Hand als unrein. Daher sollte man Dargebotenes nur mit der rechten Hand entgegennehmen. (Das ist für mich als Linkshänder nicht immer einfach.) 

Vergessen Sie nicht, als Tourist werden Sie in vielen Ländern generell als sehr wohlhabend und reich angesehen, denn Sie können es sich leisten zu reisen. Sehen Sie sich als Botschafter Ihres Landes, Ihr Verhalten trägt dazu bei, wie man Sie und Ihre Nation in Erinnerung behält und nicht zuletzt, wie man Ihnen in Zukunft entgegentreten wird.

Denken Sie daran: Fallen Sie unangenehm auf, werden Sie kaum eine Chance bekommen, gute Fotos zu machen. 

 

 

Personen fotografieren

Generell sollte man, wie auch zu Hause, Personen immer um Erlaubnis fragen, ob man sie fotografieren darf. Ein freundliches Lächeln mit einer entsprechenden Geste auf die Kamera wird nahezu von allen Menschen verstanden. In den meisten Fällen wird dem Wunsch freundlich entsprochen.

Personen zu fotografieren ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. In manchen Ländern, wie zum Beispiel in Ägypten, wird ein Trinkgeld (Bakschisch) für ein Foto erwartet. Die Erlaubnis, sich fotografieren zu lassen, wird hier als Dienstleistung verstanden, die der Fotograf finanziell mit einem kleinen Obolus zu würdigen hat. Beachten Sie, dass diese Menschen so Ihren Lebensunterhalt verdienen!

Mancherorts ist es gewünscht, dass Frauen oder Kinder gar nicht oder aus der Nähe fotografiert werden. Diesem Wunsch sollte man entsprechen, da es nicht nur unhöflich wäre, gegen den Willen zu fotografieren, sondern auch zukünftigen Fotografen vor noch größere Hürden stellt, eine Erlaubnis für ein Foto zu bekommen. Nicht zuletzt möchte man selbst auch nicht gegen seinen Willen fotografiert werden.

Anderenorts empfinden es viele Menschen, die man höflich um Erlaubnis gefragt hat, als eine große Ehre und sind stolz, fotografiert zu werden. Sie richten sich Haare und Kleidung, bevor sie sich fotografieren lassen. Sie freuen sich, möchten sich präsentieren und auf dem Foto so gut wie möglich aussehen. Hin und wieder laufen die Kinder zusammen und beobachten neugierig, was der Fotograf tut und was noch aufregendes passiert. Sogar die Erwachsenen betrachten die Szene oft interessiert. Begeistert und stolz sind die Fotografierten fast immer, wenn man Ihnen das fertige Foto auf der Rückseite der digitalen Spiegelreflexkamera zeigt.
Ein Foto ist in vielen Ländern noch etwas Besonderes, das sich viele Menschen nicht oder nur sehr selten leisten können. Hat man die Möglichkeit, ein aufgenommenes Foto als Papierabzug zu machen, freuen sich die Fotografierten eigentlich immer über ein solches Geschenk.

Was man vermeiden sollte: Polizei, Militär und militärische Anlagen oder Anlagen von besonderer strategischer Bedeutung, darf und sollte man nicht fotografieren, das kann je nach Land mit sehr großen Problemen und viel Ärger mit den Behörden verbunden sein.

 

Jetzt oder nie - Now or never

Ist man auf Reisen, hat man nicht die Möglichkeit, dass man sich endlos Zeit nehmen kann, um auf das richtige Licht und das richtige Wetter zu warten. Es bleiben die Möglichkeit, kein Foto zu machen, oder eben das Beste aus der Situation zu machen. Oft ist man nur sehr kurze Zeit, an einem Ort, teilweise hat man nur Minuten, um zu fotografieren bevor die Reise weitergeht. 

Da man in der Regel tagsüber, beziehungsweise über Mittag unterwegs ist, hat man mit unter mit grellem Sonnenschein und harten Kontrasten zu kämpfen. Dem grellen Tageslicht kann man entgegenwirken, in dem man die Belichtungskorrektur der Kamera verwendet und unterbelichtet. Damit Personen oder Gegenstände im Vordergrund des Fotos nicht zu dunkel erscheinen, empfiehlt sich ein Aufhellblitz. Auch er senkt den Kontrastumfang, die Belichtung wirkt ausgeglichener.

Vielleicht kommt Ihnen an dieser Stelle auch Ihre im Vorfeld gemachte Reiseplanung und Informationssammlung zugute. Sie konnten Ihre Tour so planen, dass Sie bei gutem Licht, frühmorgens oder abends, ein Highlight Ihrer Tour fotografieren können. Ist ein Motiv in guter Erreichbarkeit, lohnt es sich, dieses an verschieden Tagen wiederholt zu besuchen. Entweder entdecken Sie Details, die Sie bisher übersehen haben, oder finden eine andere Lichtstimmung vor. So entstehen vom gleichen Motiv ganz unterschiedliche Bilder.

 

Eindrücke sammeln, typische Szenen einfangen, neues Entdecken

Versuchen Sie, eine Geschichte zu erzählen. Halten Sie typische Szenen für das Land, das Sie bereisen, fotografisch fest. Fotografieren Sie, Land und Leute so, wie Sie es vor Ort erleben. Stellen Sie sich bei der jeweiligen Situation vor Ort vor, was Sie auf einem Reisefoto sehen möchten, wenn Sie es aufnehmen.

Überlegen Sie, was Sie als typisch für dieses Land empfinden und halten Sie es als Foto fest. Wenn Sie etwas Neues entdecken, integrieren Sie es in Ihre Geschichte. Finden Sie eine Szene spannend, gefällt diese sicher auch den Betrachtern, denen Sie zu Hause von Ihrer Reise berichten.

Landschaftsaufnahmen vermitteln gute Eindrücke über das Klima, die Vegetation und die geographischen Besonderheiten. Beachten Sie die Besonderheiten der Natur und der Tierwelt.  Vergessen Sie nicht die kleinen Details zu fotografieren, die den Charme einer gelungen Fotoreise unterstützen.

Städte, Ortschaften und Dörfer spiegeln das Leben der Bevölkerung. Häuser, Gebäude und Bauwerke weisen meist einen typischen Baustil auf, der die Kultur des Landes wieder spiegelt. Meist findet sich eine ortsübliche Architektur, die die Eigenheiten der Region wiedergibt und gut zum gesamten Eindruck des Landes passt.

Fotografieren Sie einheimische Märkte, Basare oder Feste  und Feiern mit landestypischen Szenen. Beschränken Sie sich nicht auf die üblichen Sehenswürdigkeiten, die von jedem Touristen fotografiert werden. Suchen Sie die Cafés und Bars auf, in denen sich die Anwohner treffen. Passen Sie sich dem Lebensrhythmus der Region an. Beispielsweise sind in heißen Gegenden der Morgen und der Abend die Tageszeiten, wo die meisten Aktivitäten stattfinden. Die Hitze am Mittag verlangsamt das Tempo der Menschen. Auch Ihnen als Fotograf kommt die harte, grelle Mittagssonne nicht entgegen.

Verlassen Sie möglichst die ausgetretenen Pfade, erkunden Sie neues Terrain. Fühlen Sie sich als Entdecker mit der Kamera. Suchen Sie nach neuen Motiven abseits der Touristenwege.

An dieser Stelle bleibt mir noch, Ihnen einen schönen Urlaub mit vielen tollen Motiven zu wünschen.