Tutorial Externer Belichtungsmesser

 

Inhalt:

Wozu (heute noch) einen externen Belichtungsmesser?
Messung von Tageslicht oder Blitzlicht
Cord oder Noncord
Lichtmessung
Objektmessung
Fotografieren im Studio ohne Belichtungsmesser

 

Wozu (heute noch) einen externen Belichtungsmesser? Pro und Conta Belichtungsmesser.

Nun werden einige Leser an dieser Stelle zurecht die Frage stellen, wozu man (heute noch) einen externen Belichtungsmesser benötigt? Nun ja, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Bedeutung eines externen Belichtungsmessers durch die digitale Fotografie deutlich abgenommen hat, da moderne Kameras seit geraumer Zeit einen internen Belichtungsmesser eingebaut haben.
Dennoch hat der externe Belichtungsmesser in einigen Bereichen seine Berechtigung behalten. Gerade im Bereich der Studiofotografie * (Sehen Sie hierzu das Portrait im Studio - Making of) leistet der externe Belichtungsmesser gute Dienste. Auch bei der Fotografie von Gebäuden ist die Belichtungsmessung in der Regel genauer, als die Messung des internen Belichtungsmessers der Kamera. Bei Nachtaufnahmen lässt sich die erforderliche Belichtungszeit eindeutig korrekt bestimmen.
Der einzigen Nachteile sind die Kosten für die Anschaffung und zusätzliches Gewicht in der Fototasche, was aber vernachlässigbar ist. Belichtungsmesser sind, wenn sie alle Arten der Belichtung (Tageslicht und Blitzlicht) messen können, entsprechend teuer.

Messung von Tageslicht oder Blitzlicht
Einen externen Belichtungsmesser kann man, je nach Gerät, zur Messung von Tageslicht oder Blitzlicht verwenden.

Tageslichtmessung eignet sich für die Messung von Architektur und Gebäuden sehr gut. Diese weisen oft durch Sonneneinstrahlung große Unterschiede im Kontrast auf. Mit einem externen Belichtungsmesser kann man Belichtungszeit und / oder Blende exakter ermitteln, als über die Automatik der Kamera. Die Blitzlichtmessung eignet sich, wie der Name schon sagt, für die Messung von Belichtungszeit und / oder Blende bei Verwendung von externen Blitzen oder Studioblitzen. Bitte beachten: Zur Blitzlichtmessung benötigt man einen Belichtungsmesser, der Blitzlicht messen kann.

Cord oder Noncord
Die Blitzlichtmessung kann mit Kabel oder kabellos erfolgen.

Messung über Synchron-Kabel (Cord)
Bei Blitzlichtmessung mit Kabel wird der Belichtungsmesser über den X-Kontakt mit einem Synchronkabel mit der Synchronbuchse des Studioblitzes verbunden. Mit Drücken der Messtaste des Belichtungsmessers wird gleichzeitig ein Blitz ausgelöst.

Messung ohne Synchron-Kabel
Hier wird die Messtaste des Belichtungsmessers gedrückt und der Studioblitz durch eine andere Art, z.B. durch ein manuelle Bedienung, ausgelöst. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt bei der Auslösung des Studioblitzes.

Messarten / Messvarianten der externen Belichtungsmessung:
Man unterscheidet folgende Messarten / Messvarianten der externen Belichtungsmessung, die sowohl für die Messung von Tageslicht als, auch für Blitzlicht angewendet werden können:

Lichtmessung:
Belichtungsmessung / Blitzbelichtungsmessung direkt am Motiv. Der Belichtungsmesser wird neben das Gesicht des Models oder ein anderes Motiv in Richtung der Kamera bzw. Frontlinse gehalten und ein Blitz ausgelöst. Diese Methode eignet sich für Motive, die in guter Erreichbarkeit befinden und keine Scheu vor Fotografen haben.

Objektmessung:
Belichtungsmessung / Blitzbelichtungsmessung aus der Distanz. Messung eines kleinen Ausschnittes, eines Spottes oder Spotmessung. Man visiert ein Motiv, entweder mit 1°, 5° oder 7,5° Winkel, über den Sucher des Belichtungsmessers, von der Position der Kamera aus, an. Fokussiert wird auf das Gesicht des Models oder den entsprechenden Motivteil, der korrekt belichtet werden soll (und bei Bedarf ein Blitz zur Blitzbelichtungsmessung ausgelöst).  Diese Methode eignet sich für Messungen aus der Distanz, wenn man nicht sehr nahe an ein Model herantreten möchte oder für Motive, die sich nicht in Erreichbarkeit befinden. Die Spotmessung eignet sich auch für sehr kleine Motive in der Makrofotografie.
 

Fotografieren im Studio ohne Belichtungsmesser

Besitzt man keinen externen Belichtungsmesser oder scheut die teure Anschaffung, bleibt natürlich die Möglichkeit, die richtige Blende zur korrekten Belichtung durch Versuch - Try & Error - zu ermitteln. Diese Methode funktioniert zweifellos genauso gut, allerdings ist es aufwendiger und erfordert mitunter viele Versuche, um das korrekt belichtete Bild zu erhalten. Richtig anstrengend wird es dann, wenn man am Setup, an der Stellung der Studioblitze oder der Leistung der Studioblitze etwas ändert, bzw. Lichtformer tauscht, Diffusoren hinzufügt oder entfernt. Die Konsequenz ist, dass man die korrekte Blende meist nach jeder Änderung erneut von Hand, durch Versuch ermitteln muss.  

 

* Bitte beachten: Bei der Fotografie im Studio arbeitet man mit der Kamera im manuellen Modus (M-Modus) und fester Zeitvorgabe mit 1/60s. ISO 100 ist zu empfehlen. Zur korrekten Belichtung wird mit einem externen Belichtungsmesser die Blende ermittelt und ebenfalls manuell an der Kamera eingestellt.