Reisebericht Bali 2006

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Inhalt:

 

Bali - Eckdaten & Fakten
Der Süden Balis
Zentralbali
Der Norden Balis
Religion
Die 20.000 Tempel Balis
Opfergaben
Naturerlebnis Bali
Land & Leute
Als Tourist auf Bali
Attentate
Balinesische Küche
Massage und Wellness
Geldwechseln
Shoppen & Handeln
Kultur
Reisen auf der Insel Bali
Gesundheitssystem
Malaria / Malariaprophylaxe
Affen - Ein besonderes Erlebnis
Schnorcheln im Unterwasserparadies
Schwimmen mit Delfinen

 

Bali - Eckdaten & Fakten

Bali ist eine Insel, die zu Indonesien gehört und daher von der Hauptstadt Jakarta regiert wird. In Indonesien, das aus ca. 1700 Inseln mit einer Gesamtfläche Europas bis nach Moskau besteht, sind alle Weltreligionen vertreten, aber fast ganz Indonesien ist muslimisch - mit einer Ausnahme:
Bali. Die Einwohner Balis sind zu weit über 90 Prozent Hindus. Landeswährung sind Rupien, 1€ entspricht ca. 10.000 Rupien.

 

 

Der Süden Balis

Hauptstadt Balis ist Denpasar. Im Süden ist der Ballungsraum der Insel, die Wirtschaft und der Tourismus angesielt. Unzählige Künstlerwerkstätten mit hölzerner Schnitzkunst, Stoffkunst (Malerei, Batiken), Steinmetzen und Malerwerkstätten finden sich in der Künstlerstadt Ubud.

Zentralbali

Im Herzen Balis gelegen erheben sich Berge, die vulkanischen Ursprung haben. Die Erde aus Vulkangestein trägt mit zur Fruchtbarkeit Balis bei. An den Berghängen sind Balis kunstvoll angelegte, jahrhunderte alte Reisterrassen angelegt.

Der Norden Balis

Ist während der Trockenzeit auch sehr trocken und verdorrt. Dennoch lohnt es sich den schwarzen Stränden im Norden einen Besuch abzustatten, deren Sand aus ehemaligem Vulkangestein besteht.

 

Religion

Balinesen sind nahezu ausschließlich Hinduisten. Sie glauben an die Reinkarnation, die Wiedergeburt. Lebt der Balinese sein Leben gut, wird ihm nach der nächsten Wiedergeburt ein besseres Leben zuteil. Lebt er ein schlechtes Leben, kann er als Tier oder als Pflanze oder Stein wiedergeboren werden.

Vor diesem Hintergrund ist leicht zu verstehen, dass das Totenfest die wichtigste Zeremonie der Balinesen ist.

Zeremonien und Feiern gibt es sehr viele in Bali. Die wichtigsten Zeremonien für Balinesen sind die erste Erdberührung des Kindes. Kinder werden zum Schutz vor bösen Erdgeistern bis ca. 2 Jahre nur getragen.
Die Zahnfeilung in der Pubertät oder vor der Hochzeit dient dazu, die Eckzähne abzurunden und so die animalischen Züge und Eigenschaften von der Person zu nehmen.
Die Hochzeit ist eine der wichtigsten Zeremonien im Leben eines Balinesen und mit ca. 1500€ sehr teuer, da das balinesische Durchschnittseinkommen bei ca. 150€ pro Monat liegt.
Die Religion ist fester Bestandteil im Leben der Balinesen. Sie wird gelebt und zelebriert. Feiern sind immer große Feste mit vielen Teilnehmern und großen Festessen.

 

Die 20.000 Tempel Balis

Bali hat insgesamt ca. 20.000 Tempel. Das ist kein Schreibfehler.

Die Insel hat neun Haupttempel, daneben Tempel für jeden Distrikt, jeden Bezirk, jedes Dorf, jede Berufsgruppe besitzt einen eigenen Tempel und nicht zuletzt hat jede Familie einen Haustempel.

Opfergaben

Geopfert werden Blumen und Reis, sowie kleine Geldstücke. Balinesen glauben, dass es wichtig ist, die Götter milde zu stimmen und daran, dass sie die geopferten Gaben in späteren Leben mehrfach zurück bekommen.

Tieren, denen meist böse Dämonen inne wohnen, gestattet man (nach der Opferung), dass sie sich an den Opfergaben gütlich tun.

 

 

Naturerlebnis Bali

Ganz Bali ist erfüllt von grüner Natur, außer der Norden zur Trockenzeit. Wo Wasser ist -und das ist überall in Bali- sprießt die Natur und bringt frisches, tropisches Grün hervor.

Einzigartig in Bali sind die beeindruckenden Reisterrassen, die sich kunstvoll an den Berghängen Balis aneinanderreihen. Auch die sonstigen Kulturpflanzen, die der Mitteleuropäer aus dem Supermarkt kennt, kann er hier selbst bestaunen. Zwischen dem üppigen Pflanzenwuchs der Insel finden sich die Plantagen der Balinesen, die diese Nutzpflanzen in der Natur integriert anbauen, nicht als Monokulturen. Bei einer Wanderung kann man so Bananen, Stinkfrucht, Nelkenbäume und  Ananas, Kaffee und Kakao, sowie Baumwollbäume, Mango und Papaya bestaunen.

Wo man auch hinkommt, hat man den Eindruck, dass die Natur  wächst und grünt.

 

 

 

 

 

 

Land & Leute

Balinesen sind sehr freundliche Leute. Höflichkeit und Respekt werden groß geschrieben, und allen Menschen, insbesondere alten Personen, entgegengebracht.

Das Lächeln, das in Asien verbreitet ist, dient auch hierzulande, um Freundlichkeit auszudrücken, Unsicherheit zu vermeiden und dem Gegenüber die Chance zu geben, in unklaren Situationen das Gesicht zu wahren.
Ein Balinese wird nicht laut schimpfen oder unbeherrscht sein, verliert er die Beherrschung, verliert er sein Gesicht und das  bringt Schande über ihn.
Die Beherrschung zu verlieren, bedeutet infantil zu handeln, also sich wie ein kleines Kind aufzuführen, das seine Gefühle und sich selbst nicht im Griff hat.

Alles dreht sich auf Bali um die Familie. Sie sorgt für jeden und bildet den sozialen Rückhalt, fordert aber auch den Einzelnen, seinen Teil beizusteuern. Kinder haben eine recht sorglose Kindheit, werden erst im Jugendalter an den Ernst des Lebens herangeführt und müssen nach und nach die Pflichten der Familie tragen.

Die meisten Balinesen leben auch heute noch vom traditionellen Reisanbau, von der Herstellung von Gemälden, Steinmetzkunst, Stoffkunst, Möbeln oder vom Tourismus. 

Tradition und Religion sind aus dem balinesischen Alltag nicht wegzudenken.

 

 

 

 

 

 

 

Als Tourist auf Bali

Der Tourist fühlt sich in Bali sicher und wohl. Balinesen sind sehr freundliche und nette Menschen, die sich gegenüber anderen Menschen sehr friedfertig verhalten.

Insgesamt kann ich ehrlich sagen, dass ich mich in Bali sicherer gefühlt habe, als in mancher deutschen Großstadt.
Sollte dennoch einmal etwas gestohlen werden (was ich nie von einem Touristen in Bali gehört habe), sind die Täter meist Personen, die aus dem armen Java oder von Lombok stammen. Diese sind für uns Europäer aber von Balinesen nicht zu unterscheiden.

 

 

 

 

Attentate

Es gab, wie durch die Medien bekannt, Attentate in jüngster Vergangenheit. Diese fanden in der Amüsiermeile Jimberan Bay und Kuta statt. Attentäter waren muslimische Extremisten, was die Balinesen (als fast ausschließlich Hinduisten) am ärgsten trifft. Nirgendwo auf der Welt kann man Attentate ausschließen. Ich für meinen Teil habe mich immer sicher und nie bedroht gefühlt, auf der ganzen Insel, auch in Jimberan und in Kuta.

 

 

Balinesische Küche

Ein Essen ist sehr günstig, eine Portion kostet ca. 15000 - 30000 Rupien  (ca. 1,50 - 3,00 €). Das Essen haben wir immer ohne Probleme gut vertragen, es ist immer frisch zubereitet und sehr schmackhaft.

Probieren sollte man Saté (Fleischspieße), die es mit Huhn, Rind oder Schwein gibt, dazu wird Ernußsauce gereicht. Prima schmeckt auch Mie Goreng (ein Nudelgericht mit Gemüse und Fleisch), Nasi Goreng (Reis mit Gemüse und Fleisch) Mie Kuah (eine leckere, scharfe Suppe).
Entlang der Küste geraten Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten ins Schwärmen. Man sollte sich ein Abendessen (zu europäischen Preisen) am Strand von Jimberan mit den Füßen im Sand und den Sonnenuntergang vor Augen nicht entgehen lassen!

Mag man es scharf, sollte man "little spicy" (ich esse gerne sehr scharf, aber das hat immer gereicht) bestellen, das ist für uns Europäer dann schon sehr ausreichend scharf. Ist es einmal zu scharf, am besten mehr Reis oder Nudeln dazu essen, das nimmt dem Gericht etwas die Schärfe. War es einmal doch etwas zu scharf, hat man es einige Stunden später noch einmal gespürt...

 

 

 

 

Massage und Wellness

Einer der größten Genüsse sind die Wellnessangebote und Massagen, die überall in Bali angeboten werden. Von Pflegebehandlungen mit Steinen und Ölen, über Peelings und Blütenbad, bis hin zu verschiedenen Körpermassagen wird zur Erholung und Entspannung geboten, was das Herz begehrt. Diese angenehmen Stunden sollte man unbedingt in seinen Tagesablauf integrieren.

 

 

Geldwechseln

Hier sollte man vorsichtig sein. Der sicherste, einfachste und stressfreiste  Weg sein Geld zu tauschen, ist es im Hotel zu tun. Hotels können es sich nicht leisten, Ihre Gäste zu betrügen. Der schlechtere Wechselkurs des Hotels fällt kaum ins Gewicht. Eine weitere Möglichkeit ist es, direkt am Geldautomaten abzuheben. Möchte man unbedingt zu einem Geldwechsler, dann sollte es ein "Authorizised Changer" sein, also ein offiziell authorisierter Geldwechsler sein. Zählen Sie immer mindestens 3 Mal nach. Die Fingerfertigkeit der Geldwechsler (nicht nur in Bali) ist phänomenal. 

 

 

Shoppen & Handeln

Beim Shoppen muss man handeln, der Preis ist immer verhandelbar. Ziel des Endpreises sollten in etwa 30% bis 40% des erstgenannten Preises sein.
Auch beim Handeln gilt es, freundlich bleiben und lächeln. Wie immer ist es wichtig, sein Gesicht zu wahren und dem Handelspartner die Chance zu geben, dies ebenfalls zu können.

 

 

 

 

Kultur

Tradition hat einen sehr hohen Stellenwert in Bali. Die ganze balinesische Kultur, die sozialen Strukturen, die Religion und der Alltag der Balinesen ist auf der Tradition aufgebaut. Sie ist fester Bestandteil und regelt das Zusammenleben der Gemeinschaft. 

Kunsthandwerk, wie Steinmetzkunst, Batik, Silberschmiede-kunst oder Holzschnitzerei wird von allen Balinesen selbstverständlich erlernt, Künstler haben auch keinen Sonderstatus in der Gesellschaft.

Der traditionelle Tanz, in der Regel begleitet von traditionellen  Gammelanorchestern hört sich für Europäer sehr fremd an und es ist schwer einen Zugang zu dieser traditionellen Musik zu finden.

 

 

 

Reisen auf der Insel Bali

Englisch ist weit verbreitet auf Bali, als Tourist hat man meist keine Probleme, sich zu verständigen. Reist man ins Hinterland, hilft der Fahrer oder Reiseleiter beim Übersetzen.

Völlig unbedenklich kann man sich auf der gesamten Insel bewegen, die Kriminalität ist sehr gering, geringer als in Europa. Natürlich sollte man die gewohnte Vorsicht nicht außer Acht lassen.

Selbst fahren in Bali sollte man auf keinen Fall.

Es gilt das Recht des Stärkeren, er hat Vorfahrt. Neben dem Linksverkehr ist es eine balinesische Eigenart überall zu fahren, wo es nur irgendwie geht.

Die Beschilderung für Europäer zwar lesbar, aber insgesamt ist die Beschilderung sehr knapp gehalten.

Die beste Variante ist, sich einen Fahrer samt Fahrzeug für Ausflüge oder Tagesausflüge zu mieten. Die Kosten hierfür sind ca. 30-40€ pro Tag, je nach Fahrer, Fahrzeug, Distanz und Fahrziel.  

 

Gesundheitssystem

Die medizinische Versorgung auf Bali ist schlecht. Der sicherste Weg ist, falls man einen Arzt benötigt, diesen über den Travel Agent des Hotels zu bestellen.

Bei ernsteren Erkrankungen sollte man sich zur Behandlung nach Singapur ausfliegen lassen.

Eine Reisekrankenversicherung, die im Falle einer Erkrankung diese Kosten übernimmt, ist ein zwingendes Muss.

 

Malaria/Malariaprophylaxe

Hierzu sollte man sich vor Reisebeginn an einen Tropenmediziner wenden und seinen Rat einholen. Unter andrem hängt es von der Reisedauer ab und ob ein Besuch in Java oder Lombok geplant ist, ob eine Malariaprophylaxe empfohlen wird oder nicht.

 

Affen - Ein besonderes Erlebnis

Makaken gelten als Nachfahren eines Gottes und genießen daher einen hohen Status bei den Balinesen. Affen leben oft halbwild, sind an Menschen gewöhnt und treiben gerne ihr Unwesen um an Futter zu kommen.

Dem Tourist ist ein eindrückliches Erlebnis garantiert.

Idealerweise sollte man sich vor einem Besuch der Tempel über die "Gewohnheiten" der dort lebenden Affen informieren.

Besucht man den im Süden gelegenen Haupttempel "Pura Luhur Uluwatu" ist es ratsam, vorher allen Schmuck und glitzernde Dinge abzulegen, da die Affen diese den Touristen klauen. In diesem Tempel werden die Affen nicht von den Einheimischen gefüttert, sondern nur von den Touristen. Der Umstand, dass es hier Bananen und nicht nur Erdnüsse für die Affen gibt, ist der Grund, dass die Affen aggressiver sind.

Noch einige Tipps: Besser geht man diesen Tempel abends besuchen, dann sind die Affen satter, da schon andere Touristen die Affen gefüttert haben.

Schnappt sich ein Affe einen Gegenstand und man rückt ihn nicht heraus, besteht die Gefahr, dass der Affe zubeißt*. Dies sollte man nicht riskieren, meist rücken die Tiere den entwendeten Gegenstand gegen (viel) Futter wieder heraus.

In der Gegend von Tabanan gibt es auch einen Tempel mit weniger aggressiven Affen. Hier werden die Affenfamilien morgens von den Ladenbesitzern vor dem Tempel mit Karotten gefüttert. Da diese Affen keine Bananen erhalten, sind sie nicht so aggressiv.

Betritt man als Tourist das Tempelgelände wird man von einer Ladenbesitzerin begleitet, die auf die Touristen aufpasst und eingreift, falls die Tiere "über die Strenge schlagen". Als Gegenleistung wird vom Tourist erwartet, dass man zum Abschluss des Besuches etwas im Laden der Begleiterin kauft. Hier findet man immer etwas nettes als kleines Andenken, aber hier muss hart gehandelt werden! Man muss bedenken, dass die Balinesen so ihren Lebensunterhalt verdienen und der nächste Tourist, den sie herumführen dürfen (es wird abgewechselt), vielleicht erst in einer Woche kommt.

*Bitte beachten: Affen haben ein Raubtiergebiss mit Fangzähnen. Oft infizieren sich Tierbisse, was zu eitrigen Wunden führt. Auch Krankheiten können übertragen werden.

 

Schnorcheln im
Unterwasserparadies

Bali bietet wahre Unterwasserparadiese, die Taucher und Schnorchler verzücken. Solche Riffe mit dieser Artenvielfalt an Korallen und Fischen in allen Formen, Größen und Farben kennt man sonst nur aus dem Fernsehen. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, wie schöpferisch die Natur ist. Dieses Highlight sollte man sich nicht entgehen lassen. Nirgendwo anders habe ich eine derart beeindruckende Unterwasserwelt erleben dürfen. 

 

Schwimmen mit Delfinen

Die neuste Touristenattraktion ist das Schwimmen mit Delphinen. Diese wird im Norden Balis seit September 2006 angeboten und ist daher momentan noch sehr günstig (was es sicher nicht lange bleiben wird).

Es ist ein sehr intensives Erlebnis einem Delfin so nahe zu kommen, ihn zu streicheln und zu berühren - wenn er möchte, ansonsten ist er einfach zu schnell, um ihn zu erwischen. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase läßt er sich in der Regel aber gerne streicheln und tätscheln.

 

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